Barockzeit und Dreißigjähriger Krieg

Dieser Artikel geht zurück in der Zeit und befasst sich mit der Epoche des Barocks und dem Dreißigjährigen Krieg im Besonderen. Als Barockzeit wird die Epoche zwischen 1575 bis 1770 bezeichnet. Der Epoche ging die Renaissance voraus, der Epoche folgte außerdem der Klassizismus.

Der Barock wird mit der Machtentfaltung in Zusammenhang gebracht, er breitete sich von Italien aus in verschiedenen Ländern Europas aus. Diese waren vornehmlich katholisch geprägt, später fand man die barocke Kunst auch in protestantischen Gebieten. Die Barock-Epoche lässt sich im weiteren Sinne außerdem mit dem Zeitalter des Absolutismus gleichsetzen.

Wortbedeutung und Charakteristik des Barocks

Zunächst einmal sei gesagt: Sowohl das Barock als auch der Barock sind zulässig, im Deutschen lassen sich beide Artikel verwenden. Wir nutzen hier die Form von ,,der Barock“. Aus sprachgeschichtlicher Sicht zeigt sich außerdem, dass das Adjektiv zuerst da war, anschließend wurde daraus das Substantiv. Das Wort Barock stammt aus der portugiesischen Sprache, man bezeichnet dort Perlen, die unregelmäßig geformt sind, als ,,barocco“. Das bedeutet so viel wie ungleichmäßig oder schief. Mit der Zeit gelangte dieser Begriff nach Deutschland, man nutzte ihn eher im Sinne von ,,merkwürdig“. Besonders bei verschiedenen Kunstformen kam er zum Tragen.

Eine wichtige Charakteristik des Barocks ist die Richtung, die er einschlägt: Es wird dabei versucht, die einzelnen Kunstgattungen miteinander verschmelzen zu lassen. Malerei, Architektur und Kunst sollen also verwischte Grenzen haben. Besonders in Bezug auf die vorangehende Renaissance zeigt sich hier eine Innovation, denn im Zuge der Renaissance waren die Begriffe der Einheit und der klaren Gliederung von großer Bedeutung.

Allgemeines über den Dreißigjährigen Krieg

Der Dreißigjährige Krieg fiel ebenfalls in den Zeitraum der Barock-Epoche. Er fand statt zwischen den Jahren 1618 bis 1648 und bezeichnet Streitigkeiten um die Hegemonie, außerdem war er gleichzeitig ein Religionskrieg. Anhand des Dreißigjährigen Krieges wurden französisch-habsburgerischen Gegensätze deutlich, außerdem zeigten sich Spannung zwischen dem Kaiser sowie der Protestantischen Union und der Katholischen Liga. Die habsburgerischen Mächte Spanien und Österreich trugen außerdem Konflikte mit den Niederlanden, Frankreich, Dänemark und Schweden aus.

Als Auslöser des Dreißigjährigen Kriegs sieht man den Prager Fenstersturz in dem Jahr 1618. Die Unruhen des protestantisch-böhmischen Standes brachen am Tag des 23. Mai offiziell aus. Der Aufstand richtete sich an die Versuche, das Land zu rekatholisieren. Der Krieg endete im Jahr 1648, genauer gesamt am 24. Oktober. Schlachten und Feldzüge hatten zum Großteil im Heiligen Römischen Reich stattgefunden. Seuchen, Hungersnöte und Kriegshandlungen selbst trieben die Menschen in die Armut und ganze Landstriche wurden entvölkert und völlig verwüstet.

Ursachen und Vorgeschichte des Dreißigjährigen Kriegs

Vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges hatten sich in Europa diverse Spannungsverhältnisse entwickelt, die politischer, konfessioneller, innenpolitischer wie auch dynastischer Natur waren. Die Ursachen lassen sich zeitlich also weit zurückführen.

Zunächst einmal spielten die Machtverhältnisse in Europa eine wichtige Rolle. Es gab vor Ausbruch des Krieges drei Räume, die von Konflikten gezeichnet waren: Oberitalien, Westeuropa sowie der Ostseeraum. Im Ostseeraum stritten Schweden und Dänemark um die Vorherrschaft, in Westeuropa gab es Konflikte zwischen Spanien und Frankreich. Zusätzlich gab es in Westeuropa und Oberitalien Streitigkeiten zwischen dem französischen König und Habsburg.

Wie bereits erwähnt, spielten auch konfessionelle Gegensätze eine Rolle. Im Zuge der Reformation spaltete sich Deutschland in verschiedene Konfessionen, man versuchte, protestantische und katholische Landesherren zusammenzuführen, um eine akzeptable Verfassung, und zwar für beide Seiten, zu verabschieden. Mit der Einführung des Reformationsrecht erhielten Landesherren die Möglichkeit, die Konfession der jeweiligen Bevölkerung zu bestimmen. Gleichzeitig entstand aber auch das Auswanderungsrecht, sodass unzufriedene Bürger das Gebiet verlassen konnten.