Deutsche Reformation

Als Reformation, auch Erneuerung oder Wiederherstellung genannt, wird eine Bewegung in den Jahren 1617 bis 1648 bezeichnet. Diese Bewegung sorgte für die Spaltung des Christentums in lutherisch, katholisch und reformiert.

In Deutschland spielte Martin Luther eine zentrale Rolle. Als Beginn wird das Jahr 1517 angesehen, als Martin Luther die bekannten 95 Thesen an der Tür angebracht haben soll. Die Vorläufer der Reformation reichen aber natürlich weiter zurück. Ebenfalls in diesen Zeitraum spielte außerdem die Renaissance, die sich aber eher im künstlerischen Bereich abspielte.

Die Anfänge

Zunächst diente die Bewegung als ein Versuch, um die römisch-katholische Kirche zu verändern. Katholiken und Mittel- und Westeuropa waren besorgt und sahen viele Machenschaften der Kirche als Machtmissbrauch an, besonders häufig findet man hier die Kritik an den Ablassbriefen. Martin Luther etwa kritisierte, dass man Ablassbriefe für den Bau des Petersdoms in Rom nutzte, denn durch das damit erworbene Geld wurde der Bau finanziert. Gleichzeitig ärgerten sich die Bürger über die weit verbreitete Simonie, im Zuge derer man sich kirchliche Ämter erkaufen konnte. Der Vorwurf der Korruption wurde entsprechend lauter.

Die Bewegung spaltete sich dann in verschiedene Kirchen auf, denn auch die Lehren unterschieden sich. Besonders die Reformierten und Lutheraner sind wichtige Reformationen, des Weiteren gab es die radikal-reformatorischen Täufer.

Wichtig ist außerdem, dass die Reformation in jedem Land unterschiedlich verlief. Es gab auch Länder, in denen man der römischen Kirche treu blieb, entsprechend gab es sogar Gegenreformationen.

Voraussetzungen

Bei der Umsetzung und Entstehung der Reformationsbewegung spielten einige Faktoren eine wichtige Rolle, ohne die die Reform nie so großen Erfolg hätte haben können. Einige wichtige Voraussetzungen haben wir im Folgenden zusammengefasst:

Eine wichtige Entwicklung stellte der Humanismus dar. Diese Bildungsbewegung setzte sich für ein Wiederaufleben der Gelehrsamkeit, wie man sie in der Antike kannte, ein. Das Prinzip war „Ad fontes“, zu Deutsch „zu den Quellen“. Im Zuge des Humanismus entwickelte man eine kritische Haltung gegenüber den Umständen der Gegenwart. Der Humanismus erhielt auch in Universitäten Einzug, entsprechend prägte er viele Reformatoren der späteren Zeit.

Ein weiterer wichtiger Faktor, ohne den die Reformation vermutlich einen anderen Verlauf genommen hätte, stellt die Entstehung des Buchdrucks dar. Diese Entwicklung sorgte für eine wahre Medienrevolution, denn plötzlich konnten Informationen wesentlich schneller weitergegeben werden. Bücher wurden damit zum Massenmedium und Reformationen machten sich dies zum Nutzen, um ihre Werke unter die Leute zu bringen.

Weitere Faktoren sind sozialer, wirtschaftlicher und politischer Natur: Die Städte gewannen zum Beispiel zunehmend an Bedeutung. Es entstand eine Bürgerschicht mit großer Finanzkraft. Zusätzlich wuchs die Bevölkerung, die Arbeitskräfte wurden billiger, Nahrungsmittel wurden dagegen teurer. Es entstanden immer mehr Unruhen, im Jahr 1525 gab es dann den Bauernkrieg.

Ein weiterer Faktor war die Reichsverfassung, die so ausgelegt war, dass sich die Reformation auf territorialen Ebenen abspielte, denn es fehlte an einer Zentralinstanz. Es war dem Kaiser unmöglich, die Bewegung zu unterbinden. Zusätzlich waren viele Landesfürsten Befürworter der Reformation, denn sie hatten dadurch die Möglichkeit, sich von Papst und Kaiser unabhängig zu machen.

Nicht nur die Probleme innerhalb des Reichs waren aber von Bedeutung, auch die Situation von ganz Europa hatte einen großen Einfluss auf die Reformationsbewegung. Es gab drei verschiedene Italienkriege, außerdem standen sich Habsburg und Frankreich gegenüber. Ein weiterer Faktor war die sogenannte „Türkengefahr“. Der Kaiser hatte keine andere Möglichkeit, als Männer und Geld aufzubringen, um gegen die Gefahr anzukommen.