Wissenschaft und Philosophie des 16. Jahrhunderts

Dieser Artikel soll uns die Wissenschaft und Philosophie des 16. Jahrhunderts in Deutschland ein wenig näherbringen. Die Entwicklungen werden dabei immer in einen historischen Zusammenhang gebracht, so spielen politische und soziale Entwicklungen, etwa im Zuge der Entstehung Preußens, immer eine wichtige Rolle bei wissenschaftlichen und philosophischen Aspekten.

Philosophie des Humanismus und der Renaissance

Dieser Abschnitt der Geschichte der Philosophie beschreibt die Epoche von 1400 bis 1600. Der Begriff Renaissance steht zunächst für Wiedergeburt und entstand, weil Denker dieser Zeit versuchten, alte römische und griechische Philosophien wieder zum Leben zu erwecken. Gleichzeitig wollte man damit die Loslösung der veralteten Schule erreichen.

Zu Beginn war der Humanismus sehr an alte Traditionen gebunden, man arbeitete also sehr textbezogen. Mit der Zeit öffnete sich die Arbeitsweise, wodurch auch modernere Fragen wissenschaftlicher Natur behandelt wurden. Besonders in Bezug auf die Literatur dieser Zeit ist der Renaissance-Humanismus als Bildungsbewegung wichtig.

Bedeutende Philosophien

Das Bürgertum gewann an Bildung, gleichzeitig gab es einen wirtschaftlichen Aufschwung. Es gab technische Neuerungen und die Kirche verlor an Macht. Immer mehr Denker erschienen auf der Bildfläche, viele davon sind uns noch heute ein Begriff und haben unsere Gegenwart maßgeblich beeinflusst.

Ein bekanntes Beispiel ist das Werk ,,Homo ad circulum“ von Leonardo da Vinci. Da Vinci wurde nicht nur durch seine Kunst bekannt, sondern war auch auf den Gebieten der Architektur, Technik und Anatomie bewandert. Weitere bekannte Philosophen dieser Zeit sind Nikolaus von Kues, Lorenzo Valla und Rudolf Agricola. Nikolaus von Kues war Mathematiker und leidenschaftlicher Naturwissenschaftler, er plädierte für eine Mathematisierung der Gegenstände. Lorenzo Valla war ein bekannter Humanist in Italien, er befasste sich mit der Freiheit des menschlichen Willens. Ein dritter Vertreter war Rudolf Agricola, er war Pädagoge und Humanist und verfasste beispielsweise das bekannte Werk ,,Über die dialektische Denkmethode“. Weitere bekannte Philosophen dieser Zeit sind John Fortescue, Francis Bacon und Michael de Montaigne.

Wissenschaft des 16. Jahrhunderts

Auch in der Wissenschaft tat sich zu dieser Zeit einiges. Ein wichtiges Ereignis stellt die Revolution der Astronomie dar: So verkündete Copernicus im Jahr 1543, dass die Sonne der Mittelpunkt den Mittelpunkt des Universums darstelle, während man vorher annahm, die Erde befände sich im Zentrum. Diese Theorie nahm großen Einfluss auf die Denkweise des Menschen. Plötzlich schienen die Menschen einen ganz anderen Platz in der Natur einzunehmen.

Ein weiterer bekannter Name dieser Zeit ist der des Physikers und Mathematikers Galileo Galilei, der bis ins 17. Jahrhundert hinein forschte und bahnbrechende Entdeckungen machte. Im Jahr 1590 entstand zudem das erste Mikroskop. Außerdem gelang es Theophrastus Bombastus, die Medizin zu reformieren.

Ebenfalls zu nennen ist Georgius Agricola, er ist der Begründer der Mineralogie sowie Metallurgie. Er war ein deutscher Arzt, Wissenschaftler und Apotheker. Er zeichnete sich durch herausragende Erkenntnisse in der Medizin, Philosophie, Pädagogik und Geschichte aus.

Auch Ambroise Paré nahm großen Einfluss auf das Geschehen im 16. Jahrhundert: Er war ein französischer Barbier und Chirurg und es gelang ihm erstmals, Blutgefäße abzubinden. Dieser Akt war denkbar revolutionär und hatte einen enormen Einfluss auf die Todesrate bei Amputationen, da diese durch diese Maßnahme drastisch zu senken war.